Film

Eine Operette wird zu einem Widerstandslied,
ein Topf Suppe zum Hochverrat,
ein kleines Dorf zeigt seine mörderische Seite.

Mit schwarzem Humor erzählt der Film über eine Gruppe ungarischer Juden, die in einem österreichischen Dorf stranden.
Das Auftauchen der Fremden öffnet bei den Einwohnern nicht nur die Ventile für Volkszorn, sondern weckt auch die Sehnsucht nach einem Leben, in dem Liebe und Musik ihren Platz haben.

In den vier Tagen, in denen die Geschichte spielt, wird über das Schicksal aller Beteiligten neu verhandelt.
Wie immer in Krisenzeiten geht es darum, auf welche Seite man sich stellt. 
Elisabeth Scharang, Regisseurin

Elisabeth Scharang

Elisabeth Scharang

Im Sommer 2009 bei einem Casting in Budapest:
Eine Schauspielerin singt den Refrain aus der Operette »Wiener Blut«.
Sie versteht den Inhalt nicht, weil sie kein Wort Deutsch spricht.
Sie singt das Stück als Requiem. Es berührt mich.
Das war meine Initialzündung für die Umsetzung dieses Films. Eine Operette, die geschrieben wurde, um ein Stück heile Welt darzustellen, in die kalte Kriegszeit zu verpflanzen und damit neu zu codieren, ist ein spannender Ausgangspunkt für eine Geschichte. Dazu kamen reale Umstände, mit denen ich arbeiten wollte: Ein Sprachen- und Kulturclash vor und hinter der Kamera.

Film

April 1945: Eine Gruppe ungarischer Juden auf dem Todesmarsch Richtung KZ Mauthausen. Sie lagern in einem Heustadel am Rande eines kleinen Dorfes. Der Weitermarsch verzögert sich, da die Befehlskette der SS reißt. In dieser Situation beschließt der Häftling Lou Gandolf, ein Opernsänger aus Budapest, die anderen zu überreden, die Operette »Wiener Blut« für eine private Vorstellung im Stadel einzustudieren. Er will das Mitgefühl der Bäuerin Traudl Fasching rühren. Ein gefährliches Unternehmen für alle Beteiligten.

2007 wird das Stück »Jedem das Seine« im Stadttheater Klagenfurt
uraufgeführt. Das Autorenduo Silke Hassler und Peter Turrini macht
sich wenig später daran, für die EPO-Film ein Drehbuch auf
Grundlage des Stücks zu schreiben; in Zusammenarbeit mit Regisseurin
und Co-Autorin Elisabeth Scharang entsteht:
VIELLEICHT IN EINEM ANDEREN LEBEN.

Nach dem Theaterstück »Jedem das Seine« von Silke Hassler und Peter Turrini
(c) Thomas Sessler Verlag